Presse

Deutschlandfest für Autonome – taz 03.10.2013

Kein Grund zum Feiern – ND 03.10.2013

Hunderte Linke demonstrieren         ln-online 03.10.2013

 

Stuttgarter Zeitung, 22. August 2013

Stuttgart wird zur Einheitsparty-Meile

Stuttgart – Bis zu 400 000 Besucher erwartet der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am 2. und 3. Oktober in der Landeshauptstadt. Zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit werde Stuttgart „ein buntes, vielfältiges Festgelände“. Seit 1990 findet das Fest jeweils in dem Bundesland statt, das den Vorsitz im Bundesrat innehat. Das ist seit 1. November 2012 Kretschmann. Im Rahmen der Festivität wird er das Amt an seinen Nachfolger, den niedersächsischen Regierungschef Stephan Weil (SPD) weitergeben.„Zusammen einzigartig“ ist das Motto der Feier. Baden-Württemberg sei da sachkundig, so Kretschmann. „Auch aus unserer Landesgeschichte wissen wir, wie bereichernd es ist, wenn aus mehreren Teilen ein Ganzes wird.“
Einzigartige Angebote
Die ganze Stuttgarter Innenstadt wird Schauplatz des Bürgerfestes sein. Daneben nimmt sich der protokollarische offizielle Teil – ein ökumenischer Gottesdienst in der Stiftskirche und der Festakt in der Liederhalle – fast schon randständig aus, auch wenn die Spitzen der Verfassungsorgane, also der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin (Angela Merkel ist es zu dem Zeitpunkt in jedem Fall), zahlreiche Ministerpräsidenten und Vertreter des Diplomatischen Korps erwartet werden.Theodor-Heuss-Straße, Königstraße, Marktplatz, Karlsplatz, Schlossplatz und oberer Schlossgarten werden Schauplätze des Bürgerfestes sein. Dazu, so erklärte die Leiterin der Stabsstelle zur Vorbereitung des Ereignisses, Simone Höckele-Häfner, habe man Einrichtungen angefragt, ob sie sich zu dieser Gelegenheit präsentieren wollten. Die Reaktion sei „überwältigend“, so Höckele-Häfner. „Alle machen mit.“ Die Musikhochschule öffne ihre Tore zu einzigartigen Konzerten. Das Hauptstaatsarchiv erlaube Einblicke in seine Restaurierungswerkstatt, auch im Staatstheater könne man Blicke hinter die Kulissen werfen.
Zwischen Ländermeile und Kulturbühne
Die Theodor-Heuss-Straße mutiert zur Ländermeile. Die 16 Bundesländer stellen sich mit ihren Eigenheiten vor. Auf dem Schlossplatz gibt es „Politik zum Anfassen“ – Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung lassen sich dort in die Akten schauen. Daneben steht die Hauptbühne, auf der es an den beiden Abenden Live-Musik geben wird. Am 2. Oktober etwa von Max Herre, Joy Denalane oder Cassandra Steen, am 3. Oktober von den Prinzen, Robin Beck oder Camouflage. Auf dem Marktplatz präsentieren sich die Regionen des Landes in kulinarischer und touristischer Hinsicht.„Innovation trifft Nachhaltigkeit“ ist das Motto für den Karlsplatz, wo sich der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg präsentiert. Dem Ehrenamt ist der kleine Schlossplatz gewidmet. Am oberen Schlossgarten heißt es „Neugier trifft Bewegung“. Mitmachangebote für Familien und Kinder konzentrieren sich dort. „Kunst trifft Straße“ gilt für die Schlossstraße, wo auf vier Kulturbühnen Gruppen die Besucher unterhalten.
Junge Menschen schreiben Geschichte
Als Spezialität haben sich die Organisatoren einen Wettbewerb „Junge Menschen schreiben Geschichte“ einfallen lassen. 16- bis 23-Jährige waren aufgerufen, ihre persönlichen Geschichten zur deutschen Vereinigung einzureichen. 120 Einsendungen werden derzeit von der Jury gelesen. Die Sieger gestalten im Pressehaus Stuttgart unter Anleitung von Profis von Stuttgarter Zeitung und „Stuttgarter Nachrichten“ eine offizielle Zeitung zum Tag der Deutschen Einheit, die am 3. Oktober kostenlos verteilt wird. Alles in allem gibt Baden-Württemberg für die Festtage 2,2 Millionen Euro aus, die Stadt Stuttgart ist mit 380 000 Euro dabei. Sponsoren haben bisher 550 000 Euro zugesagt.

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Stuttgarter Zeitung, 11. April 2013
Bürgerfest mit Politik und großer Partymeile

Stuttgart – Am 2. und 3. Oktober steigt in der Stuttgarter Innenstadt die größte Party des Jahres. An beiden Tagen werden zur Feier des Tags der Deutschen Einheit unter dem Motto „Zusammen einzigartig“ rund 500 000 Besucher erwartet. Das Fest geht in der Landeshauptstadt über die Bühne, weil Ministerpräsident Wilfried Kretschmann am 1. November für ein Jahr den Vorsitz im Bundesrat übernommen hat. Bereits 1997 gab es in Stuttgart eine Einheitsfeier.Die für den Autoverkehr etwa eine Woche lang komplett gesperrte Theodor-Heuss-Straße verwandelt sich am 2. und 3. Oktober in eine Ländermeile mit zahlreichen Pavillons. Dort präsentiert sich mit den sogenannten Zipfelgemeinden auch der Zusammenschluss der jeweils nördlichsten, südlichsten, östlichsten und westlichsten Gemeinde Deutschlands.
Die Namen der Künstler sind noch nicht bekannt
Im Bereich Kirchstraße, Karlsplatz und Königstraße soll es an beiden Tagen ein großes und fröhliches Bürgerfest mit viel Musik und Kultur geben. Auf mehreren Bühnen zeigt Baden-Württemberg seine künstlerische Seite. Welche bekannten Namen auftreten werden, ist noch offen. „Darüber verhandeln wird noch“, heißt es in der Staatskanzlei.Im Oberen Schlossgarten plant das Land eine Spiel- und Sportarena für Familien, Bundesrat und Bundestag wollen sich auf dem Schlossplatz unter dem Motto „Politik zum Anfassen“ präsentieren. Beim Themenbereich „Neugier trifft Bewegung“ können die Bürger bei Mitmachangeboten ihre wissenschaftlichen und sportlichen Talente entdecken. Offiziell beginnt die Einheitsfeier mit viel bundes- und landespolitischer Prominenz am 3. Oktober mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftskirche, an den sich ein großer Festakt mit zahlreichen geladenen Gästen in der Liederhalle anschließt.
Große organisatorische Herausforderung
„Dieser Mega-Event ist für die Stadt eine große Chance, sich wie bei der Fußball-WM als gute Gastgeberin zu präsentieren“, sagt Dorothea Koller, die Leiterin des Ordnungsamtes. „Es ist aber auch eine große organisatorische und logistische Herausforderung, weil dann auch noch das Volksfest auf dem Wasen läuft.“ Im vergangene Jahr hätten die gut 500 000 Besucher auch das viel größere München organisatorisch ans Limit gebracht.
Die „Theo“ wird eine Woche lang gesperrt
Wegen der Einheitsfeier gibt es im Ordnungsamt bereits einen mit sechs Mitarbeitern besetzten Koordinierungsstab sowie drei Arbeitskreise, die sich mit den Themen Planung, Verkehr und Sicherheit beschäftigen. „Noch sind natürlich zahlreiche Fragen abzuklären“, so Koller. Es seien Rettungswege für Feuerwehr und Rettungswagen festzulegen und zahlreiche berechtigte Interessen der Anwohner zu berücksichtigen. Noch wartet man bei der Stadt auf die inhaltliche Planung des Staatsministeriums, die vermutlich Anfang Mai vorliegen wird. „Erst wenn klar ist, was genau wo stattfindet, können wir Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen im Detail planen“, so Koller. Klar sei allerdings schon jetzt, das die Theodor-Heuss-Straße zwischen dem Rotebühlplatz und der Bolzstraße wegen der umfangreichen Auf- und Abbauarbeiten für die Ländermeile eine Woche lang für den Autoverkehr gesperrt sein müsse. „Wir bemühen uns aber, so wenig Straßenabschnitte wie möglich komplett zu sperren.“ Auch bei der Stuttgarter Polizei bereitet man sich bereits auf diese Herausforderung vor. „Wir werden für diesen wichtigen Einsatz wohl ein paar zusätzliche Hundertschaften brauchen“, meint Pressesprecher Stefan Keilbach. Es gebe bereits einen Planungsstab, der sich mit allen Verkehrs- und Sicherheitsfragen beschäftige. Schließlich sei mit viel politischer Prominenz zu rechnen. In München, wo die Deutsche Einheit im vergangenen Jahr gefeiert wurde, waren bis zu 2500 Polizeibeamte im Einsatz.
Massenansturm auf Bus und Bahn erwartet
Für die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) und die Bahn bedeuten die Feierlichkeiten die größte Herausforderung für den Nahverkehr in diesem Jahr. Sie rechnen ebenfalls – wie die Münchner Verkehrsbetriebe vor einem Jahr – an beiden Tagen mit einem Massenansturm auf Bus und Bahn. „Schließlich ist dann ja auch noch das Volksfest auf dem Wasen voll im Gange“, sagt SSB-Sprecherin Susanne Schupp. Auch bei der S-Bahn soll deshalb alles rollen, was Räder hat.Der Gemeinderat wird sich ebenfalls in Kürze mit der Einheitsfeier beschäftigen. Beim ersten Anlauf war im März eine Vorlage kurzfristig abgesetzt worden, weil es noch Klärungsbedarf in einer Reihe wichtiger Fragen gab. Zu den Fragezeichen gehörte auch der finanzielle Beitrag der Stadt, der 300 000 Euro betragen soll. Im Rathaus gibt es allerdings Stimmen, die betonen, dass diese Summe nicht reichen dürfte, um nach den Feierlichkeiten den lädierten Rasen am Schlossplatz zu sanieren und andere Reparaturen vorzunehmen.